Aktuell

«Drei Monate sind eine lange Zeit», sagt der, der weiss, dass er seit dem 17. Mai 2010 viel erfahren, viel erlebt und viel gelernt hat. «Drei Monate sind eine kurze Zeit», sagt der, der weiss, dass die Aufgabenvielfalt eines Betriebes mit 2'800 Mitarbeitenden und einem Budget von einer halben Milliarde Franken in 95 Tagen unmöglich zu überblicken ist. Da bleibt noch viel zu lernen. Trotzdem wage ich es, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Ich tue dies in Form eines Tagebuches.

17. Juli 2010 | Keine dritte Halbzeit

Ich besuche mit meinem Sohn das Saisoneröffnungsspiel GCZ-Xamax. Für ihn ist es der erste Match überhaupt, für mich das erste Spiel nach der Euro 08. Joel ist nicht wirklich ein grosser Fussballfan, aber neugierig, mal einen Match zu erleben. Er ist beeindruckt vom lautstarken Fansektor. Ich vom Lästern der Fans über das Stadion. Das Spiel ist langweilig, spät fällt das 1:0, kurz danach der Ausgleich. Das Vater-Sohn-Erlebnis aber gelingt: Wir bleiben im Familiensektor unter uns. Kein Mensch spricht mich an. Vor allem aber: Nach dem Spiel keine Gewalt im und um das Stadion.

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So sollte das immer sein: für die friedlichen Fans, für die Clubs und für die Polizei, die wegen den Hooligans und Ultras an den Risikospielen viel zu viele Kräfte einsetzen muss. Schon beim Derby eine Woche später müssen wieder viele Dutzend Polizist/innen im Einsatz sein.

Ziel aller muss es aber weiterhin bleiben, dass die Gewalt vor, während und nach den Spielen abnimmt und der Einsatz der Sicherheitskräfte reduziert werden kann. Der Gesprächsfaden zwischen den Clubs und der Stadt ist wegen den Differenzen bei der Verrechnung der Polizeieinsätze nicht gerissen: Stadtrat Lauber und ich haben den Wunsch der Vereine aufgenommen und gruppieren die Gremien für die Zusammenarbeit neu.