Aktuell

«Drei Monate sind eine lange Zeit», sagt der, der weiss, dass er seit dem 17. Mai 2010 viel erfahren, viel erlebt und viel gelernt hat. «Drei Monate sind eine kurze Zeit», sagt der, der weiss, dass die Aufgabenvielfalt eines Betriebes mit 2'800 Mitarbeitenden und einem Budget von einer halben Milliarde Franken in 95 Tagen unmöglich zu überblicken ist. Da bleibt noch viel zu lernen. Trotzdem wage ich es, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Ich tue dies in Form eines Tagebuches.

15. Juli 2010 | 3 x Schmunzeln – schon vor Beginn der Komödie

Mit meiner Frau besuche ich die Premiere des diesjährigen Openair Cinemas. In den Vorjahren habe ich mich jedes Mal genervt, dass beim Eingang dieser Veranstaltung keine Velo­abstellplätze vorhanden sind – im Gegensatz zum Theaterspektakel. Als die Ver­anstalter im Herbst 2009 in einem PR-Schreiben gar auf ihre tolle Ökobilanz hinweisen, beschliesse ich zu handeln. Ein geplanter Brief wird Opfer des wahlkampfbedingten Zeit­mangels. Doch kurz nach Amtsantritt liegt das Veranstaltungsgesuch auf meinem Tisch. Ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen! «Installation von 200 Veloabstellplätzen» schreibe ich als Auflage in die Bewilligung. Ich frage mich, ob die wohl auch wirklich gebraucht werden? Und wie: Als wir am Zürichhorn eintreffen, ist die Anlage komplett gefüllt. Ich kann mir ein zweites Schmunzeln nicht verkneifen. Zu Beginn der Aufführung flimmert ein cooler Werbespot des Tiefbauamtes fürs Velofahren über die Leinwand. Das ist bei diesem Publikum wohl ein bisschen Wasser-in-die-Limmat getragen, aber er löst ein drittes Schmunzeln aus. Und der Film – Le Petit Nicolas – ist dann höchst amüsant.

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In der Politik muss man oft dicke Bretter bohren. Nicht immer stellt sich der Erfolg so schnell und augenscheinlich ein wie mit den Veloabstellplätzen beim Openair-Kino. Obwohl, auch in Sachen mobile Veloabstellplätze geht die Geschichte zurück bis zu meinem Mandat an der Expo.01… Aber lassen wir das. Ausdauer schadet auf jeden Fall in der Politik nie.