Wirtschaft
Wirtschaft ist für mich keine graue Theorie. Als Mitinhaber eines Büros in Olten kenne ich sie genau, die Sorgen und Nöte, aber auch die Chancen eines Unternehmers. Mein wichtigstes Mandat ist die Geschäftsführung der slowUp, der regionalen, autofreien Erlebnistage in der Schweiz. Diesen Event habe ich von einer Idee im Vorfeld der Expo.02 zu einem der grössten Events der Schweiz machen können. 2009 waren es 16 slowUp (fast) in der ganzen Schweiz mit über 450′000 Teilnehmenden. In einigen Regionen der Schweiz ist der slowUp mittlerweile der grösste Anlass, ein richtiges Volksfest.
Das war nur möglich, weil wir bei slowUp eng mit dem lokalen Gewerbe und Tourismus zusammenarbeiten und auch die Politik beteiligen: Unter den OK-PräsidentInnen figurieren SVP-, CVP-, FDP- und SP-PolitikerInnen. Dazu gehört auch eine professionelle Zusammenarbeit mit Sponsoren, so dass die allermeisten der 16 Anlässe ausschliesslich durch Sponsoring finanziert sind.
Über das eigene Unternehmen hinaus bewegen mich ganz grundsätzliche Fragen zu unserer Wirtschaftspolitik: Gibt es genügend Arbeitsplätze mit Existenz sichernden und gerechten Löhnen? Bleibt genügend Freiraum für die Kreativen aller Branchen? Verspotten die Neoliberalen den Staat und halten dann die hohle Hand hin, wenn sie vor dem Ruin stehen? Wie stark belastet die Wirtschaftstätigkeit Natur und Lebensraum?
Gerade die Grenzen des Wachstums, schon vor über 30 Jahren vom Club of Rome klar benannt, sind augenfällig. Unser ökologischer Fussabdruck ist viel zu gross. Der ökologische Umbau der Wirtschaft ist dringend, das sehen auch immer mehr Wirtschaftskräfte so. Denn er reduziert nicht nur unsere Abhängigkeit von endlichen Rohstoffen, sondern er sichert auch unsere Wettbewerbsfähigkeit für die Märkte von morgen. Dazu gehören auch Fairer Handel, der den Menschen des Südens eine wirtschaftliche und soziale Perspektive gibt, und gute Rahmenbedingungen für KMU. Diese sind flexibler, kreativer und schaffen Lehrstellen.


